Havaneser · Bichon Havanais · FCI-Nr. 250

Robust ist kein Zustand. Es ist eine Aufgabe.

Der Havaneser gilt als vergleichsweise gesunde Kleinhundrasse. Genau deshalb ist er der ehrlichste Prüfstein für ein Zuchtprogramm.

Gesunder Havaneser läuft fröhlich über eine sonnige Terrasse, langes seidiges Fell gepflegt, beide Augen frei sichtbar, volle unkupierte Rute
Klein, lebhaft, etwas länger als hoch: der Havaneser, wie ihn der Standard beschreibt — mit langem, weichem Haarkleid und einem Wesen, das als Rassemerkmal gilt.
Die unbequeme Frage

Was prüft man an einer Rasse, an der wenig zu finden ist?

Der Havaneser hat den Ruf, robust zu sein. Bei einer solchen Rasse ist die Versuchung groß, sich auf diesen Ruf zu verlassen, die Untersuchungen zu kürzen, weil ohnehin selten etwas herauskommt.

Die züchterische Strategie dieses Programms tut das Gegenteil: Sie zielt darauf ab, den Ruf zu erhalten und zu festigen, indem die bekannten Schwachstellen systematisch kontrolliert werden. Ein guter Ruf ist kein Erbgut. Er ist der Zwischenstand einer Population, die jemand im Auge behält.

Kontrolliert wird deshalb das, was bei kleinen Hunden erfahrungsgemäß auftritt: das Knie, an dem die Kniescheibe aus ihrer Führung springen kann, die häufigste Gelenkerkrankung kleiner Rassen. Die Augen, wegen einer erblichen Linsentrübung, der bekanntesten Augenerkrankung dieser Rasse. Das Herz, abgehört bei jeder Untersuchung und mit Ultraschall weiterverfolgt, sobald ein Geräusch auffällt. Dazu der Zahnstatus und die Haut.

Warum ein Kamm zum Thema wird

Fellpflege ist bei dieser Rasse keine Kosmetik

Das lange, feine Haarkleid ist das Erkennungsmerkmal des Havanesers — und es ist zugleich seine empfindlichste Stelle. Wird es vernachlässigt, verfilzt es, und aus Verfilzungen werden schmerzhafte Hautprobleme. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden des Tieres genauso wie eine Erbkrankheit, nur dass es niemand vererbt hat.

Deshalb steht in diesem Programm ein Punkt, den man dort nicht erwartet: die Aufklärung der Züchter über die Notwendigkeit intensiver Fellpflege. Ein Züchter, der das weitergibt, gibt mehr weiter als einen Pflegetipp.

Und weil die Haut einer langhaarigen Rasse besonders zählt, ist das Programm an einer Stelle bewusst streng: Bei einer entzündlichen Erkrankung der Talgdrüsen gibt es keine bedingte Zuchttauglichkeit. Schon der begründete Verdacht schließt aus.

Nahaufnahme des Gesichts eines gesunden Havanesers, beide Augen klar und frei sichtbar, kein Tränenfluss, Fang von normaler Länge
Gepflegtes Haar liegt aus den Augen. Was darunter zum Vorschein kommt, ist das, was ein Tierarzt sehen können muss.

Robust bleibt eine Rasse nur so lange, wie jemand nachsieht. Der Unterschied zwischen einer gesunden Rasse und einer, die einmal gesund war, ist keine Frage des Glücks — sondern die Frage, ob über Generationen hinweg jemand untersucht, dokumentiert und daraus Schlüsse zieht.

Was Sie davon haben

Am Welpen ist nichts davon zu sehen

Ein acht Wochen alter Havaneser zeigt Ihnen sein Wesen — und sonst nichts. Nicht das Knie, nicht die Linse, nicht das Herz, und schon gar nicht die Hautgesundheit seiner Elterntiere. All das entscheidet sich vor dem Wurf.

Sie müssen dafür keine Befunde lesen und auch nicht danach fragen. Ob die Elterntiere nach dem Programm dieser Rasse zuchttauglich befundet waren und ob die Verpaarung zulässig war, steht im Zertifikat des Welpen. Auf der Urkunde steht ein Kontrollcode: Den tippen Sie auf der ZEUS-Website ein und sehen selbst, ob das Zertifikat echt ist und zu diesem Hund gehört. Für Sie kostenlos.

Zertifikat prüfen

ZEUS-Siegel Qualzuchtfrei
Auch bei einer Rasse mit gutem Ruf steht hinter dem Siegel dieselbe Prüfung — das ist der Punkt.

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